Hallo und herzlich willkommen zu Radio Wonderboy. Heute möchte ich über das Thema Führung sprechen, und zwar mit drei Aspekten, bei denen ich glaube, dass Führungskräfte häufig nicht optimal agieren. Ich möchte dir drei Impulse geben, wie du dir als Führungskraft nicht nur das Leben leichter machen, sondern zugleich auch wesentlich erfolgreicher in deinem Job sein kannst.
Ich selbst habe zehn Jahre lang im HR-Management gearbeitet und bin jetzt seit über sechs Jahren als selbstständiger Coach tätig. Ich habe in dieser Zeit eine Vielzahl von Führungskräften begleitet — in unterschiedlichen Hierarchien, in unterschiedlichen Branchen, in unterschiedlichen Ländern und Regionen. Und durch die Bank weg sind mir drei Sachen aufgefallen, bei denen ich das meiste und das schnellste Potenzial sehe, die eigene Führungsarbeit zu verbessern.
Punkt Nummer eins ist für mich das Thema Zuhören. Die meisten Jobinterviews und Mitarbeitergespräche, die ich begleitet habe, sahen so aus: Eine hochmotivierte Führungskraft, meistens etwas gestresst, kam in ein Gespräch und hat mit den besten Absichten wahnsinnig viel geredet. Irgendwann hat sie auf die Uhr geschaut — oh, die Zeit ist gleich um — und dann noch einmal dem Mitarbeiter den Ball zugespielt, und der konnte auch noch ein bisschen was sagen.
Häufig waren diese Gespräche dann kein Erfolg. Der Mitarbeiter war frustriert und fühlte sich nicht gehört, und die Führungskraft war enttäuscht, weil sie im Glauben war, einen guten Job gemacht zu haben, und doch wieder ein eher negatives Feedback bekam.
Mein Tipp ist daher: Geh als Führungskraft wirklich in die Gespräche rein, stell eine offene Frage und hör zu. Es geht nicht um die Menge dessen, was gesagt wird, sondern darum, dass es dir gelingt, den Mitarbeiter in den wichtigen Punkten zu verstehen und ihm das wieder zu spiegeln. Dann kannst du im weiteren Verlauf über Fragen das Gespräch mehr auf die Punkte lenken, die dir wichtig sind. Denk immer daran: In einer Stunde kann man ohnehin nicht alles behandeln. Schau darauf, dass die Sachen, die besprochen werden, wirklich gut besprochen werden. Hör zu — die Mitarbeiter werden es dir danken.
Der zweite Punkt, den ich für äußerst wichtig halte: Viele Führungskräfte sind zu sehr auf Ergebnisse fokussiert. Das ist grundsätzlich nicht verkehrt, es führt aber häufig dazu, dass schon zu Beginn ein Ziel dermaßen fixiert wird, dass man im Laufe der Zusammenarbeit mit dem Team nicht mehr offen ist für andere und möglicherweise bessere Optionen. Insbesondere kreative Ideen, die aus dem Team herauskommen, werden dann meistens gar nicht mehr geprüft. Und am Ende hat man ein Ergebnis, mit dem keiner so richtig zufrieden ist und von dem alle von Anfang an wussten: Na ja, wir mussten ja darauf abzielen. Das kann natürlich auch dazu beitragen, dass die Motivation im Team sehr stark fällt.
Der dritte Punkt ist für mich das Thema Selbstführung. Als Führungskraft hast du mit deinem eigenen Auftreten und deinem eigenen Ansatz auch eine Vorbildfunktion für die Mitarbeiter. Die Erwartung ist keineswegs, dass du alles perfekt machen musst. Aber so, wie du dich selbst führst, wirst du auch dein Team führen — und so wird sich auch dein Team führen.
Das heißt: Wenn dir Fehler passieren, gestehe sie so früh wie möglich ein, ohne dich zu rechtfertigen, mach einen Haken dran, und es geht weiter. Denk daran zu loben — auch dich selbst, für deine eigenen Erfolge. So, wie du mit dir umgehst, so wirst du auch mit deinem Team umgehen, und dann kannst du diesen Ansatz und diese Kultur auch in deinem Team etablieren.
Und noch etwas, das ich in diesem Zusammenhang für sehr wichtig halte: Achte darauf, dass du die Sachen machst, die du gut kannst und die dir Spaß machen — und erlaube deinen Teammitgliedern, das Gleiche zu tun.