RADIO WONDERBOY
102,0 · CAREER

Lebenslauf und KI

Der durchschnittliche Recruiter verwendet circa sieben Sekunden auf einen Lebenslauf.
5:08 MINUTEN

Hallo und herzlich willkommen zu Radio Wonderboy. Heute möchte ich mit dir über den Lebenslauf sprechen.

Der Lebenslauf ist wieder stärker in den Fokus gerückt, und das vor allem deswegen, weil momentan wieder mehr Menschen auf der Jobsuche sind und man natürlich versucht, sich durch einen optimierten Lebenslauf von der Masse abzuheben. Das war vor ein paar Jahren noch vollkommen anders — da mussten die Recruiter die Menschen geradezu anbetteln, dass sie einen Lebenslauf schicken. Und dieser Lebenslauf wurde dann irgendwo aus einer Schublade hervorgezogen, im besten Fall noch ein wenig überarbeitet und dann eben an den Recruiter geschickt.

Momentan — ich habe es bereits angesprochen — nutzt man den Lebenslauf wieder verstärkt, um sich zu positionieren und um seine Chancen zu verbessern. Ein großer Trend spielt dabei natürlich eine Rolle, und das ist das Thema KI. Und natürlich: Ich halte das für vollkommen legitim, dass Menschen KI nutzen, um ihren Lebenslauf zu erstellen. Es wäre auch fast schon fahrlässig, das nicht zu machen — denn allein was Geschwindigkeit, Design und andere Aspekte angeht, ist die KI einfach nicht zu schlagen.

Ein zweiter Trend, den ich allerdings für gefährlich halte, möchte ich hier besprechen. Und das ist, dass immer mehr Menschen dazu übergehen, ihren Lebenslauf für die KI zu schreiben. Sie gehen davon aus, dass beim Unternehmen eine KI zunächst den Lebenslauf scannt, und haben große Angst, dass sie von der KI aussortiert werden. Das mag auch richtig und legitim sein. Ich bekomme jedoch immer häufiger Lebensläufe vorgelegt, die nur noch eine KI ansprechen, aber keine Menschen mehr. Und das halte ich für sehr bedenklich.

Denn wenn du erfolgreich bist im Bewerbungsprozess und die KI als erste Hürde nimmst, dann landet dein Lebenslauf in den Händen eines Menschen. Und dieser liest nun mal deinen Lebenslauf ganz anders, als es eine KI macht. Menschen lesen Lebensläufe viel irrationaler.

Ich habe selber zehn Jahre lang im Recruiting gearbeitet und mache jetzt noch als selbstständiger Coach immer wieder Recruiting-Projekte für ausgewählte Kunden. Ich habe einfach diesen Recruiting-Modus in mir, der ist mir in Fleisch und Blut übergegangen. Wenn ich einen Lebenslauf sehe, dann scanne ich den ganz automatisiert — schon automatisiert, aber eben menschlich. Ich habe auch noch mal gelesen, dass der durchschnittliche Recruiter circa sieben Sekunden Zeit auf einen Lebenslauf verwendet.

Dabei sollten bei deinem Lebenslauf folgende Punkte gegeben sein, um deine Chancen zu verbessern.

Das Erste ist ganz klar: Du solltest ein Foto haben. Mach ein professionelles Foto, wenn es dir nicht selber gelingt, mit deiner Kamera ein gutes aufzunehmen.

Neben dem Foto sind auch die persönlichen Daten entscheidend. Immer wieder wird die Adresse weggelassen oder andere persönliche Daten. Aber das macht das Ganze eben menschlich — und ich als Recruiter habe das Gefühl, ich habe es hier mit einem Menschen zu tun.

Der Lebenslauf sollte des Weiteren so angeordnet sein, dass du mit deiner Berufserfahrung anfängst, und zwar absteigend. Dann sollte deine Ausbildung kommen, dann weitere Qualifikationen, und zum Schluss kannst du dann immer noch etwas wie Hobbys oder Ähnliches erwähnen.

Es hat sich ebenfalls bewährt, an der Seite einen Designbalken in Farbe anzulegen, wo du auch Icons verwenden kannst und hier einfach noch mal wichtige Informationen dem Auge des Recruiters ansprechend zur Verfügung stellst.

Also meine Empfehlung wäre immer ganz klar: Denke daran, wie würde ein Mensch deinen Lebenslauf lesen. Und denke daran, du möchtest das Herz des Recruiters gewinnen. Du möchtest den Recruiter auf dich neugierig machen, sodass er dich dann zu einem Bewerbungsgespräch einlädt.

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