Herzlich willkommen zu Radio Wonderboy. Heute möchte ich mit dir über Liebe sprechen — und was ich darunter verstehe.
Als Coach ist es meine Vision, Menschen dabei zu helfen, sich in ihr Leben und in ihre Karriere zu verlieben. Und der Begriff, den ich dazu verwende, ist: Champion sein. Champion sein ist für mich eine Lebenseinstellung, ein Lebensgefühl, eine Attitüde, wenn man so will. Und in meinen Augen kann jeder Mensch Champion sein. Jeder Mensch auf der ganzen Welt hat diese Möglichkeit.
Und was macht dieses Champion-Sein aus? Für mich macht es zunächst einmal aus, dass man sich und seine Umstände annimmt. Ich spreche bewusst von annehmen und nicht etwa von akzeptieren — akzeptieren hat so was Resignatives. Annehmen hat für mich eine viel stärkere Kraft, einen Impuls, ein kleines bisschen Magie vielleicht auch. Ich nehme meine Umstände an. Ich nehme mich an, wie ich bin. Und zwar nicht in Resignation, sondern mit einer würdevollen Haltung.
Wir können uns nicht aussuchen, in welchen Körper wir geboren werden, mit welchen Persönlichkeitsmerkmalen, mit welchem Gesundheitszustand. Viele Sachen können wir nicht oder nur wenig beeinflussen — genauso unsere Umstände: ob wir in Europa, in Asien, in Südamerika geboren werden, in eine reiche, in eine arme, in eine liebevolle, in eine kummervolle Familie. So viele Sachen haben wir gar nicht in den Händen.
Aber was wir in den Händen haben, ist das Annehmen. Und annehmen heißt nicht, uns die Sachen schönzureden — „ich bin so, ja, und die Umstände sind so, ja“. Das ist nicht, was ich meine. Der erste Schritt ist, einmal wirklich genau hinzuschauen: Wer bin ich? Was sind meine Umstände? Und dann Ja sagen. Ja — nicht als Zustand, der mich ein für alle Mal definiert, sondern eben als Ausgangslage.
Und der zweite Aspekt, den ich dann anführen möchte, das ist das Meistern. Das Annehmen allein reicht nicht. Ich möchte mich und meine Umstände auch meistern. Was verstehe ich darunter? Ich möchte die Anlagen, die ich mitbekommen habe, und die Umstände, in denen ich geboren worden bin, entfalten und entwickeln. Ich möchte das Beste daraus machen. Und das Beste hat nichts mit Leistung oder Erfolgen zu tun, oder mit immer mehr. Es kann vielleicht auch in weniger sein, in Sich-Besinnen, in Vertrauen und Liebe schenken. Das ist ganz, ganz unterschiedlich.
Aber für mich besteht das immer aus diesen zwei Aspekten. Einmal: Ich kann nur ein Champion sein, wenn ich mich und meine Umstände annehme. Solange ich davor weglaufe, kann daraus nichts werden. Und das andere ist, in diesem Annehmen eben auch meine Bestimmung, meinen Lebensweg — ich nenne das gerne: meine Spur zu finden. Mich von dieser Spur finden zu lassen, dieser Spur zu folgen und mich dann eben weiterzuentwickeln.
Und aus diesen beiden Bewegungen, die da zusammenkommen — dem Annehmen und dem Meistern — daraus entsteht letztendlich für mich diese Liebe. Diese Lebensliebe. Ich schaue auf das Leben und erkenne dieses Leben, das ich ja auch mitgestaltet habe, als das meine. Und es ist eben nicht perfekt. Es ist rau, vielleicht auch nicht immer schön, kantig und eckig. Aber es ist eben meines, und ich liebe es, weil es meines ist — weil ich es mit hervorgebracht und gestaltet habe. So wie eben auch Eltern ihre Kinder lieben: nicht weil es das beste Kind der Welt ist, nicht weil es perfekt ist, sondern weil es eben ihres ist und weil sie sich mit dem Herzen für dieses Kind engagieren.
Und so sehe ich es eben auch in meinem Konzept: Du kannst jederzeit ein Champion sein. Es erfordert nicht wahnsinnig viel, aber eine gewisse Beständigkeit — indem du dich und deine Umstände annimmst, und indem du immer schaust: Wie kann ich mich und meine Umstände meistern? Aus dieser Dynamik entsteht dann das, was wir Liebe nennen. Und wo ich sagen kann: Man verliebt sich in sein Leben und in seine Karriere.