Hallo und herzlich willkommen zu Radio Wonderboy. Heute möchte ich darüber sprechen, warum Liebe meiner Meinung nach nur etwas für ganz, ganz mutige Menschen ist. Für Menschen mit einem wirklich großen Herzen. Für Menschen, die wirklich ein Löwenherz haben.
Und da fällt mir immer ein Satz ein, den Queen Elizabeth einmal gesagt hat, im Rahmen des 11. Septembers. Sie hat gesagt: Trauer, das ist der Preis, den wir für Liebe bezahlen. Der Satz geht auf einen englischen Psychologen zurück, aber er hat in mir immer seinen Widerhall gefunden. Trauer, das ist der Preis, den wir für Liebe bezahlen.
Und diese Trauer ist irgendwie die Kehrseite der Liebe. Es ist die andere Seite derselben Münze. Und wenn die Liebe — das ist meine Überzeugung — das Schönste ist, was wir als Menschen erfahren und erleben dürfen, so steht auf der anderen Seite wahrscheinlich immer im gleichen Maße die Trauer. Wir alle haben sicher schon einmal Abschied genommen: von einem lieben Menschen, von einem lieben Tier, von einer lieben Situation, von einer liebgewordenen Arbeit. Und überall dort haben wir auch diese Trauer gespürt.
Aber ich möchte zunächst auf die andere Seite schauen, auf diese Liebe, die wir spüren und empfinden. Das kann mit etwas ganz Einfachem anfangen — eine Freundschaft, die ja auch eine Art von Liebe ist. Wir gehen zur Arbeit und treffen dort immer die Kollegin, die uns irgendwann ans Herz gewachsen ist. Und entweder wir verlassen den Job oder sie verlässt ihn, und dann sind wir ein bisschen traurig. Hier vielleicht nur ein bisschen.
Etwas anderes ist es natürlich, wenn wir einen ganz besonderen Menschen treffen. Ich erinnere mich da immer an einen besonderen Abend, den ich mal erlebt habe. Das war damals auf dem Oktoberfest, auf der Wiesn. Ich habe dort eine sehr schöne Frau getroffen, wir hatten uns verabredet, und wir sind über diese ganze Oktoberfest-Landschaft gewandert. Wir haben Rosen geschossen, wir haben etwas getrunken, wir sind Autoscooter gefahren und mit allen möglichen Fahrgeschäften. Und es war einfach diese Innigkeit. Man hat die ersten Selfies zusammen gemacht, und man hat irgendwie gemerkt, dass da mehr ist — und aus diesem Mehr wurde auch immer mehr. Es wurde eine Beziehung daraus, eine sehr innige Zeit.
Und ich erinnere mich auch daran, als das alles wieder auseinandergefallen ist. Wie schwer das war und wie weh das getan hat.
Deswegen glaube ich tatsächlich: Die Liebe ist nur etwas für ganz, ganz mutige Menschen. Für Menschen, die wissen: Wir bezahlen den Preis mit der Trauer — und dennoch lasse ich mich auf den Moment ein. Dennoch lasse ich diese Liebe zu. Dennoch erlaube ich es meinem Herzen, mich zu verlieben: in einen Menschen, in eine Arbeit, in eine Leidenschaft, in ein Haustier, in was auch immer.
Und ich glaube, es ist eine traurige Entwicklung, dass es immer mehr Menschen gibt, die das nicht mehr machen. Und zwar nicht, weil Liebe heutzutage nicht mehr möglich wäre — das behaupten ein paar Leute, und das ist Quatsch. Liebe ist heute genauso möglich, wie sie es immer war. Sondern weil manche den Mut nicht aufbringen. Weil sie immer schon mitspüren: In dieser Liebe ist auch schon ein bisschen Abschied, ist auch schon ein bisschen Trauer. Und sie wissen: Wenn ich hier ganz oben bin, dann werde ich auch einmal ganz weit unten sein.
Aber ich war immer ein Mensch, der gesagt hat: Nein, so möchte ich nicht leben. Lieber habe ich auch die Trauer und den schweren Tag — und es sind manchmal die schwereren Tage —, als dass ich meinem Herzen nicht erlaube, sich zu verlieben, nur weil ich denke, es wird auch einmal ein Abschied kommen.
Nach diesem Motto habe ich immer mein Leben gelebt. Und ich möchte viele Leute dazu ermutigen, weiterhin zu lieben und an die Liebe zu glauben — und nicht an den Preis, den man einmal bezahlen wird. Denn der Preis, den man bezahlt, wenn man niemals liebt und sich nie auf die Liebe einlässt, der ist viel höher.